Glück. Was ist das?

 Glück. Was ist das?

Glück bedeutet für mich…..

Wenn man jemanden fragt, was bedeutet Glück für dich? Bekommt man nach längerer Überlegung die Antwort.

„Glück ist für mich, Gesundheit, Erfolg im Beruf und eine Familie.“ Das sind so die gängigsten Begriffe für „Glück“, die ich immer wieder höre. Dazu kommt dann noch, dass man sich vieles leisten kann. Urlaub, Verreisen und Konsum. Früher hatte ich auch so gedacht. Ich wollte mir meine Wünsche erfüllen. Wollte Geld haben und mir das kaufen können, wonach mir gerade der Sinn stand. Gerade bei meinem Hobby, gab es vieles, was ich begehrte und haben wollte.

Doch in Wirklichkeit, wollte ich mehr. Wusste bis dahin jedoch nicht genau, was überhaupt. Mein Beruf brachte mir zwar Geld ein. Ich war damals als Single, unabhängig und frei. Konnte mir vieles leisten. Doch insgeheim, war ich genau wie die anderen. Nach einigen Enttäuschungen in punkto Beziehung, fand ich es toll und spannend, alles tun zu können, wonach mir der Sinn stand.

Ich pflegte mein Hobby. War in der Western Szene aktiv und leistete mir vieles, was man als Western Fan brauchte. Das Outfit musste stimmen. Ein Pferd wollte ich auch haben. Dazu Western Sattel, Zaumzeug und alles was dazu gehört. Ich konnte mich auch dem Konsumzwang nicht entziehen. Gewiss. Das reiten bedeutete für mich Glück. Auf einem Pferd unterwegs zu sein. Sich frei zu fühlen,  gab mir schon viel von dem Begriff Glück.

Doch nach kurzer Zeit, holte einen der Alltag wieder ein. Mit all seinen Zwängen, Vorgaben und Belastungen. Irgendwie vermisste ich etwas. Ich konnte es nicht genau definieren. Später war ich viel mit einem Freund unterwegs. Wir machten Camping. Wanderten und waren viel unterwegs. Auch vor Winter Biwak scheuten wir nicht zurück. Dann kamen Kanutouren dazu. Waren auf Flüssen und Seen unterwegs und genossen das freie Leben in der Natur. Das kam meinem Begriff von Glück schon eher entgegen. Abenteuerlustig war ich ja schon immer. Draußen zu sein. Eins mit der Natur zu sein und nur mit einem Schlafsack und einem schnell errichtetem Notzelt zu übernachten, war Abenteuer für mich. Da entspannte ich. Da konnte ich durchatmen und die Last und die Sorgen des Alltags fielen von mir ab.

Dann kam der Tag, wo mein Freund und ich das erste mal nach Kanada reisten. Auf eigene Faust entdeckten wir die Provinz „British Columbia“. Nur die Haupt Flüge,die wir brauchten und den Mietwagen, buchten wir von Deutschland aus.

Wir tauchten ein in ein Land, dass so ganz anders war, wie unsere Heimat Deutschland. Die Menschen waren anders. Das Land war riesig und die Natur und Wildnis unbeschreiblich. Zu Pferd unterwegs, gab es keine Zäune, keine Schilder,die uns verboten, hier entlang zu reiten. Es gab keine Häuser, keine Wege und Straßen. Keine Vorschriften, an die wir uns zu halten hatten. Und Abends am Lagerfeuer, fühlte ich zum ersten mal die innerliche Ruhe und Gelassenheit, die ich so lange suchte. Für mich war das Glück!

Hier kam mir das „Western Hobby“ schon nicht mehr als nur ein Hobby vor. Ich LEBTE es. Lebte den Traum von Freiheit und Abenteuer hautnah. Und auf meinen weiteren Reisen durch Kanada, kamen echte Herausforderungen auf mich zu. Mit dem Kanu auf wilden, Sturmgepeitschten Seen unterwegs, ging ich bis an meine Grenzen. Allein auf uns gestellt. Hunderte Kilometer weit keine Menschenseele. Keine Ortschaft, keine Straße, mussten wir beiden Freunde uns den Launen der Natur unterwerfen. Bei hohem Wellengang, in einem vollgepackten Kanu, kam zum ersten mal richtige Angst auf. Einmal sogar Todesangst, als die Wellen eines eiskalten Sees uns fast zum Kentern brachten.

Glück auf dem Lake Laberge

Da spürte ich zum ersten mal das richtige Leben. Herausforderungen anzunehmen. Gefahren einschätzen und auf eigene Verantwortung zu handeln.

Die Natur verzeiht in dieser Wildnis keine Fehler. Man ist ganz von dem Wohlwollen und der Gnade der Umwelt abhängig.

Hier ist man nur geduldeter Gast.

Und der Tagesablauf wird nur von Müdigkeit, Hunger und den Gegebenheiten der Natur bestimmt.

Alles beschränkt sich nur auf das Wesentliche. Der Fluß, das Kanu, der rußige Kaffeekessel und Kochtopf und die tägliche Routine des Auf und Abbauen des Lagers, bekam ihren eigenen Rythmus. Die Arroganz gegenüber der Natur, kann man- muss man hier,- ablegen. Eine solche Zufriedenheit und Demut hatte ich bis dato noch nie erfahren. Und auch den Respekt vor der Wildnis und dem Fluß, erlernt man hier. Und jetzt wusste ich,was wirkliches Glück bedeutet.

Glück der Wildnis

Stolz, wieder einen Tag voller Abenteuer und auch Gefahren gemeistert zu haben, erfüllte mich mit tiefer Zufriedenheit und innerer Ruhe.

Und auch den Winteranfang auf dem Yukon River, mit Schneeschauern und Kälte, begrüßten wir lachend und freuten uns über jeden noch so kleinen Sonnenstrahl.

Viele Menschen, die in Kanada unterwegs waren, erzählten mir, dass sie die Weite und Größe des Landes erschlagen haben. Ja, dass sie sogar Angst davor hätten.

Mir kam es zu jeder Zeit vor, als hätte ich schon immer hier gelebt. Als gehöre ich einfach dorthin.

Und nach meinen Reisen durch dieses herrliche Land, kam ich jedes mal als anderer Mensch wieder zurück.

Ich wurde gelassener. Dachte über manche Dinge anders und besann mich nur noch auf wirklich wichtige Dinge im Leben. Ich genoss – und genieße noch heute,- jeden Tag, als etwas Besonderes.

Diese Zeiten in der Wildnis Kanadas werde ich immer vermissen.

Glück hat einen Namen. Kanada

Denn was ich dort fand, war wirkliche Freiheit und das Glück!